08.04.2020

Lyssa Kay Adams über die Entstehung von «The Secret Book Club»


Eine der häufigsten Fragen, die mir gestellt wird, ist, wie ich auf die Idee für «The Secret Book Club» gekommen bin, in dem die Helden meiner Serie heimlich Liebesromane lesen und diskutieren, um zu besseren Männern und Partnern zu werden.


Die Antwort überrascht euch vielleicht.


Ich habe sie Donald Trump zu verdanken.


Bitte, hört jetzt nicht sofort auf zu lesen. Ich verspreche, ich erkläre es. Denn wenn ich von verdanken rede, dann benutze ich das Wort hier wirklich nur im weitesten Sinne.


Vor ein paar Jahren spukte mir eine vage Idee für einen Liebesroman durch den Kopf. Es sollte um ein Paar in einer Ehekrise gehen – ich liebe Romances mit diesem Thema –, und ich wollte, dass das Buch lustig wird. Aber wie zum Teufel macht man eine sich auflösende Ehe lustig? Ich habe mir damals überlegt, dass es zu einigen wirklich witzigen Missverständnissen führen könnte, wenn der Ehemann (Gavin Scott) versucht, Hilfe in den Liebesromanen zu finden, die seine Frau (Thea Scott) so gern liest.


Dann kam das Jahr 2016 und der Präsidentschaftswahlkampf. Kurz vor dem Wahltag gelang ein Audio-Tape an die Öffentlichkeit, auf dem Noch-Kandidat Trump während eines Interviews damit angab, dass man als Prominenter mit Frauen tun könne, was man wolle – man könne ihnen sogar zwischen die Beine fassen. Das war schlimm genug, aber dann lachte der Journalist mit Trump.


Jede Frau kennt dieses Lachen. Jede von uns hat es schon einmal gehört. Es ist das Lachen eines angeblich anständigen Mannes, der sich weigert, solchem unverzeihlichen Sexismus, solcher Objektivierung zu widersprechen.


Das alles widerte mich so an. Dass es für Männer okay ist, gemeinsam über sexuelle Belästigung zu lachen. Dass solches Gerede in reinen Männergruppen als akzeptabel gilt. Dass man von Männern nicht mehr erwarten könne, weil Jungs eben Jungs sind. Wie kann unsere Gesellschaft nur ein solches Bild von Männlichkeit verbreiten?


Nachdem ich meinem Ehemann erzählte, dass ich langsam Gewaltphantasien darüber entwickelte, irgendwelche Männer auf der Straße zu verprügeln, wurde mir klar, dass ich ein Ventil für meine Wut brauchte. Und so entstand der Secret Book Club. Ich malte mir eine ganze Gruppe von Männern aus, die sich aktiv dabei unterstützen, die toxischen Fesseln von Frauenfeindlichkeit und Machotum abzuschütteln, indem sie ein Genre lesen, das Dinge wie Gleichheit und offene Kommunikation, consent und sex positivity feiert. In diesen Romanen dürfen Frauen den Sex genießen, und Einvernehmlichkeit ist ein Muss.


Die Kritik, dass das Romance-Genre bei Frauen (und natürlich nur bei Frauen) unrealistische Erwartungen über Beziehungen hervorruft, werde ich nie verstehen. Warum ist es unrealistisch, in einer Beziehung Respekt, Gleichberechtigung und guten Sex zu erwarten? Liebesromane können uns zeigen, wie man mit seinem Partner redet, wie man ihn berührt, und wie man herausfindet, welche Form von Kommunikation und Berührungen er bevorzugt.


Obwohl die Jungs in Buchclub einige witzige Unterhaltungen darüber führen, wie sie sich die individuelle Sprache ihrer Frauen aneignen können, ist die wichtigste Lektion, die sie lernen, diese: Respekt, Ehrlichkeit und Verletzlichkeit sind unentbehrlich. Und das gilt für jedes Geschlecht.

  • Coverbild The Secret Book Club – Ein fast perfekter Liebesroman

    Lyssa Kay Adams

    The Secret Book Club – Ein fast perfekter Liebesroman

    Die erste Regel des Book Club lautet: Ihr verliert kein Wort über den Book Club!
    Der Auftakt einer hinreißenden Serie über eine Gruppe von Männern, die heimlich Liebesromane lesen ...

    Die Ehe von Profisportler Gavin Scott steckt in der Krise. Genau genommen ist sie sogar vorbei, wenn es nach seiner Frau Thea geht. Und das darf nicht sein. Thea ...

    Paperback  € 12,99

    Auch als E-Book erhältlich

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